December 06, 2004

Invasion von "Trompeter-Gimpeln"

Seit mehreren Wochen ist eine Invasion von Gimpeln aus dem Norden Europas Richtung Mitteleuropa im Gange.

Passend dazu ein Infomail von der Vogelwarte Sempach:

Seit diesem Herbst wird in Skandinavien, Schottland und sogar bis nach Island, wo die Art üblicherweise sehr selten ist, eine starke Invasion von Gimpeln festgestellt. Die meisten dieser Vögel haben einen auffälligen trompetenden Ruf, der völlig von demjenigen abweicht, den wir sonst von den Gimpeln gewohnt sind. Dieser nasale Ruf entspricht demjenigen, der zur Brutzeit von Annika Forster & Antero Lindholm in der Republik Komi im Nordosten des europäischen Teils von Russland aufgezeichnet worden ist. Es scheint deshalb wahrscheinlich, dass die Vögel aus diesem Raum stammen. Beispiel für diesen Ruf können Sie abrufen unter:

http://ddkkk.1g.fi/pyrpyr/pyrpyr.htm

In der Zwischenzeit haben solche Gimpel auch Rumänien, Ungarn und Österreich erreicht. Letzte Woche wurden in der Schweiz die ersten Vögel entdeckt, nämlich in Muri bei Bern durch Carl'Antonio Balzari. Um das Ausmass des ungewöhnlichen Phänomens zu dokumentieren, bitten wir Sie, allfällige Beobachtungen von "Trompeter-Gimpeln" auf üblichem Weg (IDEXT, Tagesblätter etc.) einzusenden, mit Hinweis auf die Rufe unter "Bemerkungen".

In Nordeuropa sind im Moment zusätzlich ebenfalls Einflüge von Seidenschwänzen und Hakengimpeln im Gange; letztere haben auch schon Deutschland und die Niederlande erreicht. Es könnte sich also in diesem Winter besonders lohnen, Beerensträucher gut im Auge zu behalten.

Posted by asptec at December 6, 2004 07:00 PM